Wednesday, July 25, 2018

[PDF] Blitzkrieg gegen den Krebs: Gesundheit und Propaganda im Dritten Reich KOSTENLOS DOWNLOAD


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Ìber den Autor und weitere Mitwirkende
Robert N. Proctor Robert Proctor ist Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Pennsylvania State University und ein auf dem Gebiet der NS-Medizingeschichte renommierter Historiker. Er ist Winner of the 1999 Arthur Viseltear Prize.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Inhalt Prolog Kapitel 1: Wilhelm Huepers Geheimnis Der Triumph des Intellekts 'Staatsfeind Nummer Eins' Erwin Liek und der Gedanke der Právention Früherkennung und Massenuntersuchungen Kapitel 2: Die 'Gleichschaltung' der deutschen Krebsforschung Das Schicksal jüdischer Wissenschaftler Erfassung und medizinische Ìberwachung Die Rhetorik der Krebsforschung Die Verklárung der Natur und die Frage der steigenden Krebsraten Kapitel 3: Genetik und Rassenkunde Krebs und die 'Judenfrage' Selektion und Sterilisation Kapitel 4: Krebsgefahr am Arbeitsplatz Gesundheit und Arbeit im 'Reich' Röntgenstrahlen und die Mártyrer der Strahlung Radium und Uran Tödlicher Staub Asbest - das Totenhemd der Könige Krebs in der chemischen Industrie Kapitel 5: Die nationalsozialistische Ernáhrung Widerstand gegen ein von künstlichen Stoffen geprágtes Leben Fleisch oder Gemüse Der 'Führer' ißt Die Kampagne gegen den Alkohol Leistungssteigernde Nahrungsmittel und Medikamente Nahrung zur Krebsbekámpfung Das Verbot von Buttergelb Ideologie und Realitát Kapitel 6: Die Kampagne gegen den Tabak Früher Widerstand Die Entdeckung des Zusammenhangs Fritz Lickint: der Arzt; den die Tabakindustrie am glühendsten haßte Der medizinische Moralismus der Nationalsozialisten Franz H. Müller: der vergessene Vater der experimentellen Epidemiologie Praktische Maßnahmen Karl Astels Wissenschaftliches Institut zur Erforschung der Tabakgefahren Gesundheit über alles Reemtsmas verbotene Frucht Der Gegenangriff der Industrie Die Stellung des Tabaks bricht ein   Kapitel 7: Das Ungeheuerliche und das Alltágliche Die Frage nach der Wissenschaft unter nationalsozialistischer Herrschaft Quacksalberei Geheime Forschung für biologische Waffen 'Organischer' Monumentalismus Konnten die NS-Maßnahmen Krebs verhindern? Die 'Nazikarte' austeilen Ist die NS-Krebsforschung indiskutabel? Die B-Seite des Nationalsozialismus   Anmerkungen Bibliographie Danksagung Register     Der 'Führer' ißt Die Frage der Haltung zum Fleischkonsum gewann dadurch noch eine besondere Note; daß Hitler selbst Vegetarier war. Diese an sich unbedeutende Tatsache bekam ungeheures Gewicht; wenn man berücksichtigt; welch prominente Rolle sowohl die Nationalsozialisten als auch die Vegetarier dem Körper und einer bestimmten 'Lebensweise' zuschrieben - eine Ideologie; die seither auch zu einer etwas peinlichen Angelegenheit für Vegetarier geworden ist (ich selbst esse Fleisch; wie ich an dieser Stelle vielleicht einráumen sollte). Hitlers Vegetarismus tauchte in Nachkriegsdiskussionen über Ernáhrung und Tierrechte oftmals auf; oder auch wenn es um Antisemitismus und vieles mehr ging. Wie sahen die Eßgewohnheiten des 'Führers' aus; und was sagen sie uns über die nationalsozialistische Bewegung? Russische Gerichtsmediziner untersuchten in der Nachkriegszeit Leichenteile; die aus einem flachen Grab außerhalb von Hitlers Bunker stammten; und bestátigten; daß der fragliche Schádel - sehr wahrscheinlich derjenige des 'Führers' - die 'für einen Vegetarier typische' gelbe Farbe aufweise. Hitlers Vegetarismus wurde allerdings schon vor 1933 zum Thema gemacht; als der persönliche Asketismus des zukünftigen 'Führers' als ein Modell für den nationalsozialistischen Lebensstil hochgehalten wurde. Auch das Ausland nahm dies wahr; und man berichtete über einige offensichtliche Rückfálle. Otto D. Tolischus hob 1937 in der New York Times hervor; daß der 'Führer' zwar Vegetarier sei; weder trinke noch rauche; aber auch ab und an eine Scheibe Schinken genieße; und dazu Delikatessen wie Kaviar oder Schokolade. Diese Berichte gaben in der Nachkriegszeit oftmals Anlaß zu Spekulationen; ob man Hitler tatsáchlich als Vegetarier bezeichnen konnte. Die Ernáhrung spielte für den 'Führer' in jedem Fall eine wichtige Rolle. Er war fasziniert von der Möglichkeit; sich vollstándig von rohem Obst; Getreide und Gemüse zu ernáhren; und er sprach dieses Thema oft mit Freunden oder Untergebenen an. Kurz nach der 'Machtergreifung' arrangierte er ein Treffen mit einer achtzigjáhrigen Frau aus Bad Godesberg - 'Rheinauf und rheinab war sie bekannt als die Seniorin der vegetarischen Ernáhrungsweise; der Kaltwasserkuren und der Kráuterheilkunde' ?; um mit ihr über die Vorteile einer vegetarischen Ernáhrung zu sprechen. Als ihn der Gestapo-Chef am gleichen Tag von der Notwendigkeit überzeugen wollte; die komplizierte Struktur der Partei zu ordnen; antwortete Hitler; es gebe viel dringendere Probleme als Politik - zum Beispiel; die Lebensgewohnheiten der Menschen zu verándern. Weiter meinte er; was ihm diese alte Frau am Morgen erzáhlt habe; sei von größerer Bedeutung als alles; was er in seinem Leben noch tun könne. Hitler behauptete spáter; die Menschen hátten einst lánger gelebt; und das habe sich nicht nur wegen des Fleischessens geándert; sondern auch weil viele Nahrungsmittel durch das Kochen 'sterilisiert' würden; was 'Kulturkrankheiten' mit sich gebracht habe. Krebs sei eine solche Krankheit: 'Und beruht der Krebs auch auf einer noch unbekannten Voraussetzung; so ist doch möglich; daß diese Voraussetzung nur wirksam wird; wenn der Körper nicht richtig ernáhrt ist.' Die Menschen hátten seiner Ansicht nach erst begonnen; Fleisch zu essen; als die klimatischen Bedingungen der Eiszeit sie dazu zwangen; auch das Kochen sei zu dieser Zeit aufgekommen. Die nationalsozialistischen Bemühungen; den Konsum von rohem Obst und Gemüse zu fördern; würden nun diese Entwicklung umkehren und die Ernáhrung 'revolutionieren' ('Die Rohkost war eine Revolution!'). Hitler bezweifelte; daß Fette; die aus Kohle gewonnen wurden; genauso gut wie Olivenöl waren. Er befürchtete zudem; der steigende Verbrauch von Tran werde die Walpopulationen dezimieren. Die Deutschen der Zukunft würden; so behauptete er; mehr Margarine essen; die dann aus den pflanzlichen Á–len aus dem Osten hergestellt werde. Wir haben eine ziemlich genaue Vorstellung von Hitlers táglichem Speiseplan; über den seine treu ergebenen Anhánger berichten; die ihm geradezu an den Lippen hingen. Hitler ernáhrte sich tatsáchlich zum größten Teil vegetarisch ? aber er genoß auch zuweilen ein Fleischgericht. Der Gestapo-Chef Rudolf Diels schrieb nach dem Krieg; daß Hitler manchmal bayerische Leberknödel aß; aber nur; wenn sie von seinem Freund und Fotografen Heinrich Hoffmann zubereitet worden seien. Die New York Times erwáhnte Schinken und Kaviar; und man sagte auch; daß Hitler gerne Wildtáubchen gegessen habe. In verschiedenen Quellen wird erwáhnt; welche Abscheu Hitler gegenüber dem Fleischessen gehabt habe. 1920 habe der zukünftige 'Führer' beispielsweise seine Begleiterin Maria (Mimi) Reiter bei einem Rendezvous gescholten; weil sie ein Wiener Schnitzel bestellt hatte. Sichtlich beunruhigt durch seine Reaktion fragte sie ihn; ob sie etwas falsch gemacht habe; worauf er antwortete: 'Nein; nein; Mimi. Du kannst das Wiener Schnitzel ruhig haben. Aber verstehen tu ich das nicht. So ein Leichenfraß! Das ist doch Fleisch von Tieren; die tot sind. Von Leichen; Kadavern.' An anderer Stelle bezeichnete Hitler Fleischbrühe als 'Leichentee'. Für Joseph Goebbels lag die Abneigung...

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